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40 Jahre Interessengemeinschaft Kommunale Trinkwasserversorgung in Bayern

Publiziert am: 22. Juni 2026 von IKT-Admin

Ehrenvorsitzender Sebastian SchönauerEhrenvorsitzender Sebastian Schönauer in Nürnberg geehrt. 

Die Interessengemeinschaft Kommunale Trinkwasserversorgung (IKT) feierte am Samstag, 16. Mai, in Nürnberg ihr 40-jähriges Bestehen. In festlichem Rahmen erhielt neben mehreren lange gedienten Vorstandmitgliedern dabei Sebastian Schönauer seine Urkunde als Ehrenvorsitzender. Er gilt als Gründungsvater der IKT in Bayern. Fast 50 Jahre setzt sich inzwischen der IKT- Vorsitzende aus Rothenbuch (LK Aschaffenburg), der fast drei Jahrzehnte lang auch stellvertretender Landesvorsitzender des BUND Naturschutz in Bayern war, gegen die Übernahme von lokalen Trinkwasserversorgungen durch Fernwasserunternehmen ein. Der flächendeckende Grundwasserschutz und der Erhalt dezentraler, kommunaler Trinkwasserversorgungen wurden zu seinem Lebensthema, das gegen Ende der 1990er Jahre durch seinen aktiven Kampf gegen die Wasserprivatisierung bis hin zum europaweit erkämpften Right2Water ergänzt wurde. Auch in Zukunft darf es kein „Vorkaufrecht für Wasservermarkter“ geben.

 

50 Gäste kamen im Literaturhaus am Nürnberger Hauptbahnhof zur IKT- Festversammlung zusammen. Ehrende Grußworte sprachen vor allem der Nürnberger Oberbürgermeister Marcus König, Claudia Ehrensberger, die Präsidentin der AÖW, der Allianz für öffentliche Wasserwirtschaft mit Sitz in Berlin, und Martin Geilhufe, der neugewählte Landesvorsitzende des BUND Naturschutz in Bayern. Alle drei hoben die nicht hoch genug einzuschätzenden Leistungen der IKT und ihrer Protagonisten in vier Jahrzehnten ehrenamtlicher Tätigkeit im Kampf um sauberes Wasser und um die Erhaltung und Sanierung unzähliger Brunnen, Quellen und Trinkwasseranlagen in Bayern und die damit verbundene verdienstvolle Arbeit ihres Vorsitzenden Sebastian Schönauer hervor. Prof. Hubert Weiger, der BN -Ehrenvorsitzende und Mitbegründer der IKT hielt dazu die mehrfach mit Beifall unterbrochene Festrede zu 40 Jahre IKT Bayern.

 

In seiner Rede „Eine erfolgreiche Geschichte ehrenamtlichen Engagements für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen“ wies Sebastian Schönauer darauf hin, dass er bereits als Gemeinderat und
2. Bürgermeister (ab 1972-2014) in der Gemeinde Rothenbuch vor Ort für die (erfolgreiche) Erhaltung der eigenen Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung eingetreten sei und dabei Rothenbuch auch als Gemeinde selbständig geblieben sei. Der überregionale Kampf um die Erhaltung der kommunalen Trinkwasserversorgungen begann im Jahr 1978 im Hafenlohrtal, im OT Lichtenau. Dort wurde der Kommunalpolitiker aus Leidenschaft in einer Protestversammlung vieler Bürgermeister, Stadt- und GemeinderätInnen und Naturschützern unter der Leitung von Rothenbuchs Altbürgermeister Günter Eich (1972-2014) und Prof. Hubert Weiger zum Vorsitzenden der Aktionsgemeinschaft Hafenlohrtal gewählt. Viele Gemeinden im und um den Spessart wehrten sich nun mit der AGH mit Sebastian Schönauer an der Spitze gegen den dort von der Staatsregierung geplanten Stausee und schrieben sich als Ziele auf ihre Fahnen –
– (1) die Rettung einer der letzten Kultur- und Naturlandschaften in Nordbayern
– (2) den Erhalt der eigenen, kommunalen Trinkwasserversorgungen und
– (3) Grundwasserschutz, nicht nur vor der eigenen Haustür.
Diese Themen schlugen ein, so Sebastian Schönauer in seiner Rückschau, und so wurde unter Einschluss Dutzender Bürgerinitiativen am 18. Januar 1986 die bayernweite Interessengemeinschaft kommunale Trinkwasserversorgung – IKT – ins Leben gerufen.

Kurz darauf wurde die bereits auch von der Aktionsgemeinschaft Hafenlohrtal seit 1978 geforderte Reduzierung der Nitratbelastung durch den neuen Grenzwert von 50 mg/l Nitrat durch die im Jahr 1980 erlassene europäische Trinkwasser-Richtlinie gesetzlich verlangt.

Ein großer Erfolg insbesondere für die kommunalen Wasserversorger, doch sie befanden sich nun in einer „Zwickmühle“, denn für die Um- und Durchsetzung der Reduzierung des Nitrats im Grund- und Trinkwasser hatte der Gesetzgeber den kommunalen Wasserversorgern keine Rechtsmittel zur Verfügung gestellt, um die Forderung der Behörden nach unbelastetem Trinkwasser erfüllen zu können. In Zusammenarbeit von IKT und Wasserversorgern wurde den Landwirten in den Wasserschutz- und Wassereinzugsgebieten „landwirtschaftliche Kooperationen“ anboten. Die dabei den Bauern für den notwendigen Düngeverzicht angebotenen „Ausgleichszahlungen“ stellten zwar eine Symptombekämpfung dar, waren aber unverzichtbar, um den angedrohten Stilllegungen hunderter Brunnen und kommunaler Wasserversorgungen zu entgehen.

Dieser bis heute andauernde Kampf gegen die zu hohen Nitrat- und Pestizideinträge in die landwirtschaftlich genutzten Böden und damit auch ins Grundwasser war der Beginn einer sehr engen Zusammenarbeit des IKT -Vorsitzenden Sebastian Schönauer mit Hubert Weiger als Protagonisten des BN in Bayern, die die Arbeit der IKT prägte und gleichzeitig der Beginn einer Erfolgsgeschichte für den Natur- und Gewässerschutz in Bayern war.

Verantwortlich für den Inhalt                     Sebastian Schönauer

Bericht Jubiläumsfeier 40Jahre IKT Bayern