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Jubiläum – 40 Jahre IKT

Publiziert am: 27. Mai 2026 von IKT-Admin

Ehrung 40 Jahre IKTJeder Tropfen zählt

Seit 40 Jahren engagiert sich die IKT für gesundes Wasser und kommunale Trinkwasserversorgung

 Fast 50 Jahre schon setzt sich Sebastian Schönauer aus Rothenbuch im Landkreis Aschaffenburg, einst stellvertretender Landesvorsitzender des BUND Naturschutz in Bayern,  gegen die Übernahme von lokalen Trinkwasserversorgungen durch Fernwasserunternehmen ein. Der flächendeckende Grundwasserschutz und der Erhalt dezentraler, kommunaler Trinkwasserversorgungen wurden zu seinem Thema. Er gilt als Gründungsvater der IKT in Bayern. Diese Interessengemeinschaft Kommunale Trinkwasserversorgung (IKT) feierte am Samstag, 16. Mai, in Nürnberg ihr 40-jähriges Bestehen. In festlichem Rahmen erhielt dabei Sebastian Schönauer seine Urkunde als Ehrenvorsitzender.

Weitere treue Mitglieder, die sich um die Vereinigung und deren Ziele verdient gemacht haben, wurden ebenfalls mit Urkunden geehrt.

Die Vorsitzende Renate Götzenberger begrüßte etwa 50 Gäste im Literaturhaus in Nürnberg, unter ihnen den Nürnberger Oberbürgermeister Marcus König, Hubert Weiger, Ehrenvorsitzender des BUND Naturschutz in Bayern (BN), und Martin Geilhufe, Landesvorsitzender des BUND Naturschutz. Alle drei sprachen Grußworte.

Einhellig lobten sie den Einsatz der IKT und die Wichtigkeit von gesundem Wasser und  der kommunalen Trinkwasserversorgung. Auf der werde Nürnberg stets „die Hand drauf lassen“, so OB König.

OB König: Nürnberg setzt auf kommunale Trinkwasserversorgung

Die drei Redner waren sich mit Sebastian Schönauer und Renate Götzenberger einig, dass vieles – so auch sauberes Wasser aus dem Hahn – als selbstverständlich hingenommen werde, insbesondere von der jüngeren Generation. Daher sei es wichtiger denn je, Kinder und junge Leute für gewisse Themen zu sensibilisieren, ihnen zum Beispiel zu zeigen, wo Lebensmittel herkommen.

“Wasser ist das wichtigste Zukunftsthema”

 Laut Weiger geht das am besten vor Ort, also dezentral. Er wollte das auch als Arbeitsauftrag für die IKT verstanden wissen. Deren Zukunftsaufgaben umriss die Vorsitzende in ihrem kurzen und motivierenden Schlusswort. Sie sagte: „Wasser ist das wichtigste Zukunftsthema. Für die IKT ist dies Chance und Herausforderung.“ Nach Götzenbergers Worten sind „engagierte Initiativen wie die IKT“ notwendig. Die wiederum bräuchten zuverlässige Partner und ein starkes Netzwerk.

Eine weitere Herausforderung sah Götzenberger in der Altersstruktur der IKT. Diese spiegelte sich auch im Saal wider. Das Alter der Gäste war deutlich Ü50.

Die „alten Kämpfer“ (Geilhufe) nutzten die Gelegenheit, auf ihre Arbeit und ihre Erfolge zurückzublicken. Schönauer zeigte in seinem Referat, was die IKT in den zurückliegenden 40 Jahren geleistet hat.

Der Kampf begann 1978 im Hafenlohrtal. Dort gründete sich nach dem Hitzejahr 1976 die Aktionsgemeinschaft Hafenlohrtal. Die Unterfranken wehrten sich damit gegen ein geplantes Trinkwasser-Rückhaltebecken und schrieben sich folgende Ziele auf ihre Fahnen: für die Rettung einer der letzten Kultur- und Naturlandschaften in Nordbayern, für den Erhalt der eigenen, kommunalen Trinkwasserversorgungen, für Grundwasserschutz vor der eigenen Haustür. Diese Themen schlugen laut Schönauer ein, die Nitratbelastung von Trinkwasser kam obendrauf, am 18. Januar 1986 wurde die bayernweite Interessengemeinschaft kommunale Trinkwasserversorgung ins Leben gerufen. Schon damals arbeiteten Hubert Weiger und Sebastian Schönauer Hand in Hand. Auf der Veranstaltung in Nürnberg bezeichneten sie sich als “altes Paar”.

Schönauer und Weiger: das “alte Paar”

 Erste Erfolge der IKT gab es laut Schönauers Vortrag schon kurz nach der Gründung: 1986 beschäftigte sich der Bayerische Landtag mit dem „Dilemma der diffusen Einträge von Nitrat und Pestiziden“. Im gleichen Jahr nahmen rund 800 Bürger an einer IKT-Demo in München teil. Schönauer nannte weitere beeindruckende Zahlen: 15 Bürgerentscheide seien auf das Engagement der IKT zurückzuführen, 170 Initiativen haben sich in Bayern zum Erhalt der eigenen Trinkwasserversorgungen gegründet. Schließlich erreichte das Thema auch die EU: 2023 wurde die erste erfolgreiche europäische Bürgerinitiative „Right2Water“ vorgelegt. 1,6 Millionen Menschen hatten für einen besseren Zugang zu sauberem Trinkwasser unterschrieben.

Urkunden für Gründungsmitglieder

Bei der Jubiläumsfeier überreichte die IKT-Vorsitzende Renate Götzenberger an Gründungsmitglieder und langjährig Engagierte Ehrenurkunden. Ausgezeichnet wurden Brigitte Muth-von Hinten, die Jahrzehnte als IKT-Schatzmeisterin tätig war, Roland Hahn, der im Landkreis Aschaffenburg dafür gesorgt habe, dass Niedersteinbach weiterhin mit Wasser aus eigenen Quellen versorgt wird, den Geo-Hydrologen Dr. Otto Heimbucher, Dieter Hoch aus Pottenstein, der “maßgeblich dafür verantwortlich” sei, “dass auch in seiner Gemeinde weiterhin Wasser aus eigenen Quellen zur Trinkwasserversorgung dient”, so Götzenberger. Weiter erhielt Jano Soos-Schupfner aus dem Landkreis Aichach-Friedberg eine Urkunde, der als der „umfänglichste Innovator im IKT-Netzwerk“ gelte. Den Reigen der langjährigen Vorstandsmitglieder und Aktivisten schloss Götzenberger mit Gunter Zepter, der manipulative Kalkulationen entlarvt habe.

Auch Hubert Weiger erhielt eine Ehrenurkunde für seine Verbundenheit zur IKT.

 

 

 

Foto
Die IKT-Vorsitzende Renate Götzenberger (Vierte von links) überreichte Ehrenurkunden an (von links): Gunter Zepter, Otto Heimbucher, Roland Hahn, Hubert Weiger, Sebastian Schönauer, Jano Soos-Schupfner, Brigitte Muth-von Hinten und Dieter Hoch.

Text und Foto: Ines Speck/IKT Bayern